"Geiles Gefühl": Pokalparty ohne Party in Kiel
Nach dem nächsten Coup erteilte Tim Walter seinen Pokal-Experten die Lizenz zum Feiern, doch es gab ein Problem: "In Kiel sind alle Bordsteine schon hochgeklappt, also was sollen die groß machen? Sie dürfen, aber es geht halt nichts hier", sagte der Trainer von Holstein Kiel nach dem Sieg gegen die TSG Hoffenheim belustigt. In der Kabine immerhin, erklärte Walter, gebe es "schon ein bisschen was".
Früher, stellte Walter dann noch fest, sei ja ohnehin ein bisschen heftiger gefeiert worden. Dabei hätte sein Team am späten Mittwochabend gute Gründe für eine lange Party-Nacht gehabt. Mit 4:3 im Elfmeterschießen setzten sich die Kieler gegen den Bundesligisten durch, nachdem es nach 120 Minuten 1:1 (1:1, 1:1) gestanden hatte, und feierten mal wieder einen Überraschungssieg in ihrem Lieblingswettbewerb. Im Vorjahr war für den kleinen Klub aus dem hohen Norden erst der VfB Stuttgart im Viertelfinale Endstation, 2021 schafften es die Kieler nach einem Zweitrundensieg über den FC Bayern sogar ins Halbfinale.
"Den entscheidenden Elfmeter zu halten, war ein geiles Gefühl und natürlich auch eine Erleichterung", sagte Torhüter-Held Lio Rothenhagen und Stürmer Phil Harres ergänzte: "Dieser Pokalabend tut brutal gut." Schließlich waren die Kieler überhaupt nicht gut in die laufende Saison gestartet. Erst am vergangenen Wochenende gelang im neunten Anlauf der erste Zweitligasieg beim 3:0 über Dynamo Dresden - nun setzte die KSV im Pokal auch ihren spielerischen Aufwärtstrend fort.
"Besser kann man eigentlich nicht gewinnen", sagte Kapitän Jonas Meffert stolz und nahm schon das Achtelfinale in den Blick. "Ich hoffe, in der nächsten Runde auf jeden Fall wieder auf ein Heimspiel, weil es heute überragend war mit unseren Fans im eigenen Stadion."
W.Srinivasan--MT