Deutschlands bekanntester Elch ist tot: Bert auf Weide in Brandenburg verendet
Deutschlands wohl bekanntester Elch ist tot. Das Tier namens Bert verendete am vergangenen Wochenende infolge schwerer innerer Verletzungen, wie die Hochschule für nachhaltige Entwicklung im brandenburgischen Eberswalde am Donnerstag mitteilte. Die Ursache lasse sich nicht eindeutig feststellen. Bert war einst aus Polen eingewandert und streifte jahrelang durch Brandenburg, wo ihn Forscher über einen GPS-Halsbandsender verfolgten. Der Elch wurde zehn Jahre alt.
Zum Zeitpunkt seines Tods hielt sich der Elch, wie bereits in den vergangenen Jahren, während der Brunftzeit auf einer Rinderweide auf. Dort war es den Angaben zufolge in der Vergangenheit vereinzelt zu Kontakten mit Rindern gekommen. Gleichzeitig hielt sich in den Tagen vor Berts Tod ein weiterer Elchbulle in seinem Streifgebiet auf. Begegnungen zwischen Elchbullen können während der Brunft demnach mit körperlichen Auseinandersetzungen einhergehen.
Ab Samstagmorgen registrierten die Wissenschaftler keine Ortsveränderungen des Elchs mehr. Tags darauf übermittelte sein GPS-Halsbandsender schließlich ein Signal, das auf seinen Tod hindeutete. Der Elchkadaver wurde daraufhin geborgen und am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin untersucht.
Bert wurde 2016 in Nordostpolen geboren. Erstmals nachgewiesen wurde er im Februar 2018 im südlichen Brandenburg. Seitdem wurde er von Experten der Eberswalder Hochschule anhand der gesendeten Daten begleitet. Er war demnach der bislang einzige bekannte Elch, der dauerhaft in einem festen Streifgebiet in Deutschland heimisch war.
Nachdem er in seinen ersten Jahren größere Wanderungen unternommen hatte, fand er im Frühjahr 2019 im Naturpark Nuthe-Nieplitz südwestlich von Berlin seine dauerhafte Heimat. Im Lauf der Jahre sei der imposante Elch weit über die Region hinaus bekannt geworden und habe sich zu einem "regelrechten Maskottchen" entwickelt, berichtete die Hochschule.
Die durch Bert gesammelten Daten dokumentieren den Forschern zufolge nahezu lückenlos einen außergewöhnlich langen Abschnitt im Leben eines freilebenden Elchs und liefern wichtige Erkenntnisse darüber, wie die größte Hirschart der Welt in der dicht besiedelten Kulturlandschaft Deutschlands lebt.
C.Gupta--MT