Über 60 Millionen Euro Schaden durch Geldwäsche und Steuerhinterziehung - Razzia
Weil sie den Behörden durch Geldwäsche und Hinterziehung mehr als 60 Millionen Euro an Steuern vorenthalten haben sollen, ermittelt der Zoll in Hessen gegen insgesamt 50 Beschuldigte. Sie sollen über ein Netz aus Scheinfirmen Bargeld gewaschen und Steuern sowie Sozialabgaben hinterzogen haben, wie das Hauptzollamt Frankfurt am Main am Mittwoch mitteilte. Demnach arbeitete die Gruppe seit 2017 als Dienstleister.
Ausländische Unternehmen aus Drittstaaten sollen durch den Verkauf illegaler Waren Bargeld eingenommen haben. Damit dieses Geld in den legalen Zahlungsverkehr gelangte, sollen die Gruppenmitglieder Scheinfirmen zur Verfügung gestellt haben, über die das Bargeld als vermeintlich legale Buchung auf ausländische Konten überwiesen wurde. Für ihre Dienste sollen die Gruppenmitglieder eine Provision erhalten haben.
Das Bargeld sei zudem genutzt worden, um Arbeitnehmer in der Logistikbranche schwarz zu bezahlen. Auch dafür seien Scheinrechnungen genutzt worden, um unberechtigte Vorsteuerabzüge zu erhalten. Den Ermittlern zufolge wurden Zahlungsströme von rund 150 Millionen Euro nachvollzogen.
Um die Aufdeckung zu erschweren, sollen die Gruppenmitglieder regelmäßig neue Scheinfirmen gegründet und alte liquidiert haben. An der Spitze dieser Unternehmen sollen Strohgeschäftsführer gestanden haben.
Rund 800 Einsatzkräfte durchsuchten am Mittwoch in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Belgien diverse Wohn- und Geschäftsräume. Allein im Zuständigkeitsgebiet des Hauptzollamts Frankfurt wurden 22 Firmen, 60 Wohnungen sowie neun Banken und Steuerberaterbüros durchsucht. In Nordrhein-Westfalen wurden jeweils zehn Wohnungen und Firmen durchsucht. Vier Menschen wurden festgenommen.
J.Gill--MT