Rathausbrand in Limoges bei Unruhen: Linksradikaler festgenommen
Drei Tage nach den landesweiten Ausschreitungen in Frankreich ist ein als linksradikaler Gefährder bekannter Mann im Zusammenhang mit dem Brand des Rathauses von Limoges festgenommen worden. Eine Anti-Terrorismus-Einheit übernahm die Ermittlungen, wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus informierten Kreisen erfuhr. Der 40-Jährige sei wegen Gewalt gegen Amtsträger als Gefährder registriert. Er lebe im benachbarten Département Creuse.
Am Samstag hatten Randalierer am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten im südwestfranzösischen Limoges das Rathaus in Brand gesetzt. Der historische Gebäudeteil aus dem 19. Jahrhundert brannte vollständig ab, der Glockenturm stürzte brennend ein. Landesweit und auch international wurde das brennende Rathaus zu einem Sinnbild der Gewalttaten, die sich teils direkt gegen Symbole der Staatsgewalt richteten.
Der konservative Bürgermeister von Limoges, Guillaume Guérin, hatte dem Staat Versagen vorgeworfen. Die Polizei habe "nicht genügend Mittel" gehabt und sei vor den Randalierern zurückgewichen, erklärte er. Er forderte, dass der Staat das Rathaus wieder aufbauen solle.
Premierminister Sébastien Lecornu sagte staatliche Unterstützung beim Wiederaufbau zu und kündigte für Freitag einen Besuch in Limoges an. Auch andere Bürgermeister, unter anderem aus Paris, Marseille und Lyon, hatten nach den Unruhen das Fehlen von Einsatzkräften und deren mangelnde Vorbereitung angeprangert.
D.Mehra--MT